Lichtprogramm in der dunklen Jahreszeit

09.09.2024

Der September ist da und dies bedeutet weniger als 14 Stunden natürliches Sonnenlicht. Spätestens jetzt ist es an der Zeit das Lichtprogramm einzuführen. Am besten lässt man dieses das ganze Jahr über durchlaufen und passt nur die Beleuchtungsdauer an. Aber was ist ein Lichtprogramm und wozu dient es?

Lichtprogramm- wozu dient es überhaupt?

In erster Linie dient es dazu, dass die Tiere länger die Möglichkeit haben das Futter aufzunehmen, denn die Hühner haben einen schnellen Stoffwechsel, so dass in 9 Stunden das Futter von der z.B. Abendfütterung bereits verstoffwechselt wird. Durch künstliche Verlängerung der hellen Tageszeit im Herbst und Winter müssen unsere gefiederten Freunde nicht bis zu 16 Stunden im dunklen Stall ohne Futteraufnahme sitzen.

Ohne Lichtprogramm fallen die Tiere sicherlich nicht tot von der Stange, aber 9 Stunden nach der letzten Futteraufnahme ohne Futternachschub geht es an die körpereigenen Reserven.

Die regelmäßige Futteraufnahme ist besonders wichtig bei den Winterlegern und Legehybriden. Diese Hühner legen auch in der dunklen Jahreszeit weiterhin Eier (was sehr anstrengend für den Körper ist), können aber ohne Licht nur die Hälfte an Futter aufnehmen. Woher kommt dann der Input für die Eier? Richtig, sie zapfen ihre körpereigenen Reserven an.

Zudem benötigen die Tiere bei den kälteren Temperaturen zusätzliche Energie für den Wärmehaushalt. Hier gilt genauso: keine Futteraufnahme, keine Energie.

Im Grundsatz ist es egal, ob man das Licht in der dunklen Jahreszeit nur morgens oder morgens und abends verlängert, entscheidend sind die Gesamtstunden des Tageslichts von mind. 14 Stunden und max. 16 Stunden. Die mind. 8 Stunden Nachtruhe müssen weiterhin eingehalten werden.

Wenn im Winter die Tageslichtlänge kürzer wird, fangen die Hühner mit der Mauser an und legen eine entsprechende Legepause ein. Dies würden die Freilandhühner auch trotz einer künstlichen Beleuchtung tun. Manche reden sich dennoch ein, dass man die Hühner (ohne zusätzliche Beleuchtung) so naturnah, wie möglich hält und, dass man im Winter gerne auf die Eier verzichtet, damit die Hühner ihre wohlverdiente Pause genießen können- das tun sie nämlich nicht. Sie sind im Winter einfach unterernährt.

Unsere heutigen Rassen oder Gebrauchskreuzungen wurden vom Menschen auf Legeleistung und Fleisch gezüchtet und können mit dem Urhuhn nicht mehr verglichen werden. Das Urhuhn stammte aus dem südostasiatischen Dschungel, legte höchstens 30 Eier im Jahr und hatte ganz andere klimatischen Bedingungen als die heutigen Haushühner. Da kann man nicht mehr von der Natur sprechen.

Was sollte man beim Einführen des Lichtprogramms beachten:

  • verwendet LED Leuchten in warmweiß bzw. tageslichtweiß, am besten die dafür geeigneten Vogellampen
  • die Leuchten sollen für die Hühneraugen flackerfrei sein, sprich über 160 Hz liegen
  • Da Hühner auch Licht im UV-Bereich sehen (die benötigen dies um Futter und Artgenossen zu unterscheiden), sollen die Leuchten ein UV-Anteil haben
  • Verwendet am besten dimmbare Leuchten, mit welchen ein Sonnenauf- und Untergang simuliert werden kann. Da Hühner sehr stark auf hell und dunkel reagieren, erspart ihr ihnen damit die Panik und Stress, wenn das Licht langsam runtergedimmt wird.

Vorteile des Lichtprogramms:

  • regelmäßige Futteraufnahme
  • genug Energie für den Wärmehaushalt während der kalten Jahreszeit
  • gestärktes Immunsystem, somit weniger Krankheiten
  • Vermeidung von Gewichtsverlust und Abmagerung während des Winters- Tiere gehen gestärkt ins Frühjahr
  • Eier werden in den Nestern abgelegt
    und nicht im Dunkeln von der Sitzstange fallen gelassen
  • Vermeidung des Vitamin-D-Mangels, somit wichtige Unterstützung bei der Calciumbildung